Autohaus in Hanstedt
Autohaus in Hanstedt
 

Kontroverse um neues Gewerbeland

Mehr Platz für Gewerbe, Sorgen bei Anwohnern
 
Hanstedt. 13.06.2026. Das geplante Bebauungsplanverfahren zur westlichen Erweiterung des Gewerbegebiets an der L213 hat in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses für eine intensive Diskussion gesorgt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren eigens in den Geidenhof gekommen, um die Beratungen zu verfolgen und ihre Fragen einzubringen.

Hintergrund ist die geplante Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets um rund 5.000 Quadratmeter in westlicher Richtung. Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes verfolgt die Gemeinde das Ziel, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine weitere gewerbliche Entwicklung zu schaffen. Konkret sollen einem bereits ansässigen mittelständischen Unternehmen Erweiterungsmöglichkeiten eröffnet werden.
 
 
Die unterschiedlichen Positionen im Bezug auf die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes wurde im Verlauf der Ausschusssitzung deutlich.
 

Matthias Mock vom beauftragten Planungsbüro PGN aus Rotenburg stellte den aktuellen Stand des Verfahrens vor. Die frühzeitige Beteiligung der Behörden, der Träger öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit habe in der Zeit vom 2. März bis zum 7. April 2026 stattgefunden. Die eingegangenen Stellungnahmen seien inzwischen ausgewertet und die entsprechenden Hinweise in die Planunterlagen eingearbeitet worden.


 
Nach der Werbung weiterlesen.
SliderImage SliderImage
 
Vor allem Anwohnerinnen und Anwohner aus der Umgebung des Gewerbegebiets hatten ihre Bedenken geäußert. Sie befürchten durch die Erweiterung eine weitere Zunahme von Licht- und Lärmimmissionen. Bereits heute fühlten sich viele durch die Aktivitäten eines ansässigen Betriebs erheblich beeinträchtigt. Ausgerechnet dieses Unternehmen plant nun die Erweiterung seiner Betriebsfläche.

Florian Schönwälder (UNS) bedauerte in der Sitzung, dass es bislang nicht gelungen sei, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen. „Wir müssen die Interessen der Betriebe und der Anlieger zusammenbringen“, forderte er.
 
Nach der Werbung weiterlesen.
SliderImage SliderImage
 
Für die SPD-Fraktion machte Lars Heuer deutlich, dass die Diskussion um einzelne Unternehmen von der eigentlichen Entscheidung über den Bebauungsplan getrennt betrachtet werden müsse. Zwar hätten tatsächlich viele Bürger ein Problem mit der betreffenden Firma, für die Bewertung des Bebauungsplanes sei dies jedoch nicht ausschlaggebend. Zudem rücke das Gewerbegebiet durch die geplante Erweiterung nicht näher an die bestehende Wohnbebauung heran. Es gehe ausschließlich um eine vergleichsweise kleine Fläche von rund 5.000 Quadratmetern im westlichen Bereich. „Immissionen und Lkw-Verkehr sind an dieser Stelle nicht Thema des B-Planes“, brachte Heuer es auf den Punkt.
 
Nach der Werbung weiterlesen.
SliderImage
 
Um den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, unterbrach Ausschussvorsitzender Günter Rühe (CDU) die Sitzung kurzzeitig. Dabei wurde unter anderem die Frage aufgeworfen, ob es sich bei dem Verfahren um eine Gefälligkeit für das betroffene Unternehmen handele. Für die Verwaltung wies Horst-Elert Stödter diesen Vorwurf zurück. Es handele sich um ein übliches Verfahren der kommunalen Bauleitplanung. „Die Gemeinde möchte weitere Gewerbeflächen zur Verfügung stellen“, erklärte er.

Am Ende folgte der Bauausschuss mehrheitlich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Lediglich zwei Vertreter der UNS stimmten dagegen. Als nächstes wird sich nun der Verwaltungsausschuss mit dem weiteren Fortgang des Bebauungsplanverfahrens befassen.