Jagdgenossen warnen vor Krankheiten
Ein Schwerpunkt lag auf der weiterhin kontrovers diskutierten Wolfspolitik. Röhrs verwies darauf, dass die Europäische Union den Schutzstatus des Wolfs inzwischen von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabgesetzt habe. Damit wäre grundsätzlich auch eine Aufnahme ins Jagdrecht möglich. Allerdings habe die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) bereits angekündigt, von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen zu wollen. Anders sehe es beispielsweise in Bayern aus, wo bereits eine Abschussquote eingeführt worden sei, wusste Röhrs zu berichten.
Der Vorsitzende äußerte hierzu deutliche Kritik und untermauerte diese mit Zahlen aus der Region: „Im Jahr 2025 hat es im Landkreis Harburg 20 dokumentierte Nutztierrisse gegeben, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich höher“, erklärte Röhrs. Zudem verfüge Niedersachsen mit rund 800 Tieren über die dichteste Wolfspopulation in Deutschland.
Ein weiteres wichtiges Thema waren neue Vorgaben bei der Wildtierrettung. Röhrs hob hervor, dass im vergangenen Jahr durch den Einsatz von rund 30 aktiven Drohnenteams etwa 700 Kitze und andere Kleintiere vor dem Mähtod bewahrt werden konnten. Künftig seien jedoch strengere Abläufe vorgesehen: Landwirte müssten geplante Mäharbeiten mindestens 36 Stunden im Voraus beim zuständigen Jagdpächter anmelden, um entsprechende Rettungsmaßnahmen zu ermöglichen.
Auch bei Wildunfällen zeichnen sich Änderungen ab. Schwer verletztes Fallwild dürfe künftig nur noch von einer „sachkundigen Person“ erlöst werden. „Da der Begriff sachkundig allerdings nicht weiter definiert ist, rate ich dringend von solchen Maßnahmen ab, da auch hier mit Anzeigen zu rechnen ist“, warnte Röhrs.
Sorgen bereiten dem Vorsitzenden zudem verschiedene Tierkrankheiten, die sich in der Region bemerkbar machen. So sei im Landkreis ein Fall der Aujeszkysche Krankheit aufgetreten. Diese sei für den Menschen zwar ungefährlich, könne für Hunde jedoch lebensbedrohlich verlaufen. Beim rückläufigen Hasenbestand machte Röhrs unter anderem die Myxomatose verantwortlich, die im Landkreis bislang jedoch noch nicht flächendeckend verbreitet sei. Deutlich ernster sei die Lage bei der Hasenpest, die in der Region bereits nachgewiesen wurde. „Die Hasenpest ist auf Menschen übertragbar“, betonte Röhrs ausdrücklich und richtete damit eine Warnung an Landwirte und Hundebesitzer.
Die Versammlung machte insgesamt deutlich, dass sich die Jägerschaft zunehmend mit gesetzlichen Neuerungen, Tierseuchen und veränderten Wildbeständen auseinandersetzen muss, die unmittelbare Auswirkungen auf die Praxis vor Ort haben.
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