Autohaus in Hanstedt
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Energieversorgung stand im Fokus

Viele Fragen zu Stromnetzen, Ladeinfrastruktur und Smart Metern
 
Hanstedt. 05.10.2026. Auf großes Interesse stieß jetzt die Veranstaltung „Stand und Zukunft unserer lokalen Energienetze“. Wie müssen sich Stromnetze verändern, damit sie den Anforderungen der Energiewende gewachsen sind? Was bedeutet der zunehmende Einsatz von Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Elektroautos für die lokale Infrastruktur und welche Rolle spielen dabei intelligente Stromzähler? Diese und zahlreiche weitere Fragen standen bei der Veranstaltung „Stand und Zukunft unserer lokalen Energieversorgung“ im Alten Geidenhof in Hanstedt im Mittelpunkt.

Auf Einladung der Samtgemeinde Hanstedt diskutierten Fachleute aus Energiewirtschaft und Verwaltung über den aktuellen Stand der Energieinfrastruktur und die Herausforderungen der kommenden Jahre.
 
 
Auf dem Podium saßen (v.l.n.r.) Fachbereichsleiter Horst-Elert Stödter, Hans-Hermann Zetsche von der Avacon Netz GmbH, Miriam Potyka, Moderatorin und Klimaschutzmanagerin der Samtgemeinde Hanstedt, Mats Bednarczyk von Green Planet Energy und Björn Muth von der EWE Netz GmbH . Foto: SG Hanstedt
 
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Für die Diskussion waren bereits im Vorfeld zahlreiche Fragen eingereicht worden und im Laufe der Gesprächsrunde eingebunden. Im Zentrum der Diskussion standen die Stromnetze. Mit der fortschreitenden Elektrifizierung steigt nicht nur der Strombedarf deutlich an, es verändern sich auch die Ansprüche an die Stromverteilung zwischen Einspeiser und Verbraucher.

Herrmann Zetsche und Björn Muth, die mit Avacon Netz und EWE Netz für die Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze zuständig sind, erklärten im Detail, wo die Probleme liegen: „Die Bundesregierung gibt vor, dass der Netzausbau nur bedarfsgerecht erfolgen darf, an diese Vorgabe haben wir uns zu halten“, so Zetsche. Vorausschauende Skizzierung von Bedarfen sei zwar erwünscht, für den tatsächlichen Aus- und Umbau der Netzte brauche es dann aber sehr viel konkretere Projektplanung. Wenn sich diese zeitlich nicht perfekt abstimmen ließen, müsse man schon mal innerhalb weniger Jahre mehrfach den gleichen Knotenpunkt nachrüsten, obwohl weitere Bedarfe sich bereits abgezeichnet hatten, ergänzte Björn Muth.
 
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Wo stetige Fortschritte erzielt werden, wurde aber auch verdeutlicht. Beide Netzbetreiber steckten allein 2025 hunderte Millionen Euro in die eigenen Netze und ähnlich wird es die nächsten Jahre weitergehen. Auch die Möglichkeiten der „Überbauung“ von Netzanschlusspunkten, also der effizienteren Nutzung der bestehenden Netzstruktur, machen die Runde. Hans-Hermann Zetsche beschrieb einen Idealzustand: „Wo bereits ein bestehender Windpark angeschlossen ist, kann theoretisch auch ein Solarpark mit netzdienlichem Speicher angeschlossen werden, ohne den Netzanschlusspunkt ausbauen zu müssen. Da sich diese Technologien sinnvoll ergänzen, wäre dies vielerorts eine Möglichkeit.“

So wird das deutsche Stromnetz, das ohnehin schon zu den zuverlässigsten Netzen weltweit zählt, noch sicherer. „Erneuerbare Energien machen unser Netz nicht anfälliger, sondern noch resilienter“, bekräftigte Mats Bednarczyk. Zur Absicherung brauche es in Zukunft einen intelligenten Mix, der nicht allein auf neue fossile Gaskraftwerke setzen dürfe: „Die staatliche Förderung für Gaskraftwerke für mehr Netzstabilität, ermöglicht deren Bau. Netzdienliche Speicher werden mit diesem Ziel allerdings eh schon gebaut – weil sie sich rechnen.“ Björn Muth ist überzeugt: „Speicher und Erneuerbare machen die Chancen im Nord-Westen nutzbar. Hier wird Energie erzeugt, die landesweit gebraucht wird."
 
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Aber auch die Entwicklung der E-Ladeinfrastruktur war von Interesse, gerade was die Situation für Mieter- oder Eigentumswohnungen angeht. Horst-Elert Stödter erklärte: „Wer sich Schwierigkeiten oder hohen Kosten für die Installation einer eigenen Wallbox ausgesetzt sieht, kann in den kommenden Jahren mit erheblichen Verbesserungen in der öffentlichen Ladeinfrastruktur rechnen.“ Durch das Ladeinfrastrukturkonzept des Landkreises Harburg würden zahlreiche Standorte auch in der Samtgemeinde Hanstedt ausgebaut. Davon unabhängig setzten auch andere private Investoren immer mehr Standorte um. Die Tendenz gehe zu einer flächendeckenden öffentlichen Ladeinfrastruktur, auch auf dem Land.

Als die Runde für Fragen aus dem Publikum geöffnet wurde, zeigte sich, dass auch Smart Meter (intelligente Stromzähler), die künftig eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Stromverbrauch und Stromerzeugung spielen sollen, von großem Interesse sind. Die Vertreter der Netzbetreiber unterstreichen, dass sie mit den Installationszahlen von Smart Metern noch vor den Roll-out-Plänen der Bundesregierung lägen. Deutschland hinke im europäischen Vergleich aber etwas hinterher. Mats Bednarczyk betonte die Relevanz von Smart Metern für die Energiewende, mit deren Hilfe mehr Menschen auch finanziell von den Chancen der Energiewende profitieren können.

Der Abend machte deutlich, wie viele konkrete Fragen die Transformation der Energieversorgung vor Ort mit sich bringt. Damit bot die erste Veranstaltung, die aus den Themenwünschen des Energieforums der Samtgemeinde Hanstedt hervorgegangen ist, die Gelegenheit, die komplexen Zusammenhänge zwischen Stromerzeugung, Netzinfrastruktur und dem Energieverbrauch aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.