Autohaus in Hanstedt
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Einigkeit bei Samtgemeinde-Fraktionen

Überparteiliches Bahn-Manifest lehnt Neubautrasse ab
 
SG Hanstedt. 08.01.2026.  Mit einem gemeinsamen „Bahn-Manifest“ positionieren sich Politikerinnen und Politiker aus der Samtgemeinde Hanstedt über Parteigrenzen hinweg gegen die geplante Neubaustrecke Hamburg–Hannover. Anlass ist die bevorstehende parlamentarische Befassung des Bundestages mit Neubautrassen im ersten Halbjahr 2026.

In der Erklärung machen die Fraktionen der Grünen, SPD, CDU, FDP und der Wählergemeinschaft UNS Hanstedt deutlich: Der Landkreis Harburg brauche zwar eine leistungsfähige und zukunftsfähige Bahn, ein großflächiger Neubau sei dafür aber der falsche Weg. Stattdessen fordern sie den Ausbau und die Modernisierung bestehender Strecken.

Die geplante Neubaustrecke würde aus Sicht der Unterzeichnenden die Region zusätzlich belasten. Bereits heute sei der Landkreis stark durch Autobahnen und Bundesstraßen zerschnitten. Eine weitere Bahntrasse würde Landschaften, Lebensräume und landwirtschaftliche Flächen beeinträchtigen und ganze Gemeinden zwischen Straße und Schiene „einkesseln“. Befürchtet werden erhebliche Einbußen bei Lebensqualität, Natur und Ortsentwicklung sowie zusätzliche Lärm- und Schadstoffbelastungen.
 
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Dem gegenüber stehe ein nur geringer Nutzen. Die erwarteten Fahrzeitverkürzungen zwischen Hamburg und Hannover beliefen sich auf wenige Minuten, der prognostizierte Fahrgastzuwachs liege bei maximal elf Prozent. Profitieren würden vor allem die Metropolräume, während die ländlichen Gebiete die ökologischen und sozialen Lasten trügen. Für die Menschen im Landkreis bedeute das Projekt jahrelange Bauarbeiten – ohne spürbare Verbesserungen im Alltag, da ICE-Haltepunkte für viele weiterhin nur mit längerer Autofahrt erreichbar seien.

Auch klimapolitisch sehen die Initiatoren des Manifestes das Vorhaben kritisch. Pro gebautem Bahnkilometer entstünden laut Manifest rund 80.000 Tonnen CO₂-Äquivalente. Ein solcher Neubau konterkariere die Klimaschutzziele, wenn Emissionen aus Planung und Bau nicht ausreichend berücksichtigt würden.
 
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Stattdessen setzen die Unterzeichnenden, zu denen  Angela Sanchez (B90/Die Grünen), Dr. Manfred Lohr (SPD), Heinrich Nieschulz (CDU), Gunnar Hofmeister (FDP) und Gerhard Schierhorn (UNS Hanstedt) gehören, auf die sogenannte „Alpha-E“-Variante, die 2015 im Dialogforum Schiene Nord entwickelt wurde, sowie auf das bereits 2021 beschlossene Überwerfungsbauwerk in Meckelfeld. Diese Maßnahmen könnten bestehende Engpässe beseitigen und die Leistungsfähigkeit des Netzes schneller und umweltverträglicher erhöhen.

Darüber hinaus fordert das Bündnis der Samtgemeindefraktionen unter anderem die Reaktivierung stillgelegter Strecken und Haltepunkte, einen besseren Regional- und Pendlerverkehr, mehr Güterverkehr auf der Schiene sowie stärkere Bürgerbeteiligung. Moderne Technologien wie digitale Stellwerke, KI-gestützte Verkehrssteuerung und neue Signaltechnik sollen helfen, vorhandene Gleise effizienter zu nutzen.

Das Leitbild der Erklärung: Eine starke Bahn ja – aber nicht auf Kosten des ländlichen Raums. Eine nachhaltige Mobilitätswende könne nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort gelingen. Überparteiliches Bahn-Manifest (ungekürzt zum Download)