"Alpha-E löst das Problem!"
Mehr als 1.000 Menschen setzen in Salzhausen ein Zeichen
Landkreis. 17.08.2026. Mehr als 1.000 Menschen haben am Sonntag auf dem Rathausplatz in Salzhausen ein deutliches Signal gegen die geplante Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover gesetzt. Unter dem bewusst gewählten Motto „Wir wählen Alpha-E – Gemeinsam auf dem richtigen Gleis“ machte die Samtgemeinde Salzhausen deutlich, was sie von den aktuellen Planungen der Deutschen Bahn hält: Die Region will einen leistungsfähigen Ausbau der Schiene – aber keine neue Trasse, die sich durch die Heidegemeinden zieht.
Die Familienkundgebung der Samtgemeinde Salzhausen fordert Respekt vor den Interessen der Region und erteilte der Neubaustrecke eine deutliche Absage.
Die Wahl des Mottos ist dabei kein Zufall. Mit Blick auf die Kommunalwahlen im Landkreis Harburg im September sollte „Wir wählen Alpha-E“ vor allem eines deutlich machen: Die Menschen in der Region wollen selbstbewusst für ihre Interessen eintreten. Vier Stunden lang wurde auf dem Rathausplatz informiert, diskutiert, Musik gehört und gemeinsam demonstriert. Viele Familien waren gekommen.
Nach der Werbung weiterlesen.
Samtgemeindebürgermeister Jens Köster fand gleich zu Beginn deutliche Worte. „Man kann in Berlin keine Entscheidung gegen die Interessen unserer Region treffen. Wir brauchen keine Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover“, sagte Köster. Die geplante Strecke würde unter anderem Gebiete der Samtgemeinden Salzhausen und Hanstedt, der Gemeinde Seevetal sowie des Heidekreises durchschneiden. Nach Auffassung der Veranstalter ist eine Neubaustrecke zur Bewältigung der prognostizierten Personen- und Güterverkehrsmengen nicht erforderlich. Stattdessen müsse das bestehende Schienennetz im Sinne des Alpha-E-Konzepts zeitnah ertüchtigt und ausgebaut werden.
Unterstützung erhielt Köster von zahlreichen Kommunalpolitikern aus der Region. Auch die Bürgermeister aus Hanstedt, Seevetal und Bispingen sowie mehrere Bürgermeister der Salzhausener Mitgliedsgemeinden bezogen klar Stellung gegen die Neubaustreckenpläne. Für ihre deutlichen Worte gab es viel Beifall.
Landrat Rainer Rempe erinnerte daran, dass der Landkreis Harburg bereits seit Jahrzehnten eine Vielzahl von Infrastrukturlasten trage. Er forderte die Bundesregierung auf, den im Dialogforum Schiene Nord gefundenen Kompromiss Alpha-E nun umzusetzen. „Es darf nicht versucht werden, einen Keil zwischen die betroffenen Kommunen zu treiben. Wir sind keine versprengte Minderheit, sondern wir sprechen für eine ganze Region“, sagte Rempe. Der Landkreis Harburg stehe dabei gemeinsam mit den Landkreisen Uelzen und Celle sowie dem Heidekreis und dem Land Niedersachsen hinter der Forderung. "Wir werden unsere Interessen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetzen", so Rempe weiter.
Nach der Werbung weiterlesen.
Besonders deutlich wurde, dass es bei dem Streit längst nicht mehr allein um eine Bahntrasse geht. Es geht um die Frage, wie viel Belastung die Region noch tragen soll – und ob politische Entscheidungen in Berlin über die Köpfe der betroffenen Kommunen hinweg getroffen werden.
Dr. Peter Dörsam, Samtgemeindebürgermeister von Tostedt und Sprecher des Projektbeirates Alpha-E, wurde von Moderator Reinhard Crasemann von der Bürgerinitiative Y-Monster aus Ramelsloh als der „Crack in Sachen Alpha-E“ angekündigt. Dörsam blickte in seiner Rede zurück auf das Dialogforum Schiene Nord, an dem insgesamt 94 Vertreterinnen und Vertreter beteiligt waren.
Das Besondere an diesem Verfahren sei gewesen, dass dort gemeinsam nach einer Lösung gesucht worden sei, erinnerte Dörsam. Für das Ergebnis habe es anschließend sogar eine regelrechte Lobeshymne von der damaligen Landesregierung und der Deutschen Bahn gegeben. Auch das Ergebnis des Bundesgutachters aus dem Jahr 2015 sei aus seiner Sicht eindeutig gewesen: „Alpha-E löst das Problem!“
Dörsam stellte damit die Frage in den Mittelpunkt, warum ein über Jahre entwickelter Kompromiss nun wieder infrage gestellt wird. Die Samtgemeinde Salzhausen betont ebenfalls, dass es nicht um eine grundsätzliche Ablehnung des Bahnausbaus gehe. Gefordert wird vielmehr eine leistungsfähige und möglichst schnell umsetzbare Verbesserung der bestehenden Infrastruktur.
Dörsam stellte damit die Frage in den Mittelpunkt, warum ein über Jahre entwickelter Kompromiss nun wieder infrage gestellt wird. Die Samtgemeinde Salzhausen betont ebenfalls, dass es nicht um eine grundsätzliche Ablehnung des Bahnausbaus gehe. Gefordert wird vielmehr eine leistungsfähige und möglichst schnell umsetzbare Verbesserung der bestehenden Infrastruktur.
Nach der Werbung weiterlesen.
Auch aus der Bundes- und Landespolitik kamen klare Signale. MdB Cornell Babendererde (CDU) erklärte mit Blick auf die Planungen: „Wir haben gar kein Geld für Neubautrassen!“ Der niedersächsische Landtagsabgeordnete André Bock kritisierte die aus seiner Sicht mangelnde Verlässlichkeit der Deutschen Bahn: „Zur Verlässlichkeit der Zusagen der DB haben wir auch im Landtag Niedersachsen den Kragen auf!“
Güterverkehr kann nicht Jahrzehnte warten
Dr. Carla Eickmann vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr lenkte den Blick insbesondere auf den Güterverkehr. Dieser könne nicht 30 oder 40 Jahre warten, bis eine Neubaustrecke fertiggestellt sei. Eickmann kritisierte zudem, dass es für die aktuelle Planung keine Raumverträglichkeitsprüfung gegeben habe.
Damit wurde auf dem Rathausplatz ein weiterer zentraler Punkt der Debatte deutlich: Während über eine mögliche Neubaustrecke gesprochen wird, pocht die Region auf Lösungen, die schneller Wirkung entfalten können.
Wie groß die Unterstützung für Alpha-E ist, zeigten auch die Sternfahrten der Bürgerinitiativen. Aus Bispingen und Ramelsloh machten sich Fahrradkorsos auf den Weg nach Salzhausen. Der Korso aus Richtung Ramelsloh führte über Marxen, Brackel, Tangendorf, Toppenstedt, Garlstorf und Gödenstorf. Weitere Unterstützer konnten sich unterwegs anschließen.
Die Botschaft der Veranstaltung war am Ende unmissverständlich: Die Region will den Ausbau der Schiene – aber auf den bestehenden Strecken und nach dem Konzept Alpha-E. Vor der parlamentarischen Befassung des Deutschen Bundestages erwarten die Initiatoren deshalb, dass die Stimmen der betroffenen Kommunen und ihrer Einwohner ernst genommen werden. Die mehr als 1.000 Teilnehmer haben deutlich gemacht, dass der Widerstand gegen eine Neubaustrecke längst über einzelne Bürgerinitiativen hinausgeht. „Wir wählen Alpha-E“ war in Salzhausen nicht nur das Motto einer Kundgebung – sondern eine politische Botschaft an Berlin.
Güterverkehr kann nicht Jahrzehnte warten
Dr. Carla Eickmann vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr lenkte den Blick insbesondere auf den Güterverkehr. Dieser könne nicht 30 oder 40 Jahre warten, bis eine Neubaustrecke fertiggestellt sei. Eickmann kritisierte zudem, dass es für die aktuelle Planung keine Raumverträglichkeitsprüfung gegeben habe.
Damit wurde auf dem Rathausplatz ein weiterer zentraler Punkt der Debatte deutlich: Während über eine mögliche Neubaustrecke gesprochen wird, pocht die Region auf Lösungen, die schneller Wirkung entfalten können.
Protest kommt aus der ganzen Region
Wie groß die Unterstützung für Alpha-E ist, zeigten auch die Sternfahrten der Bürgerinitiativen. Aus Bispingen und Ramelsloh machten sich Fahrradkorsos auf den Weg nach Salzhausen. Der Korso aus Richtung Ramelsloh führte über Marxen, Brackel, Tangendorf, Toppenstedt, Garlstorf und Gödenstorf. Weitere Unterstützer konnten sich unterwegs anschließen.
Die Botschaft der Veranstaltung war am Ende unmissverständlich: Die Region will den Ausbau der Schiene – aber auf den bestehenden Strecken und nach dem Konzept Alpha-E. Vor der parlamentarischen Befassung des Deutschen Bundestages erwarten die Initiatoren deshalb, dass die Stimmen der betroffenen Kommunen und ihrer Einwohner ernst genommen werden. Die mehr als 1.000 Teilnehmer haben deutlich gemacht, dass der Widerstand gegen eine Neubaustrecke längst über einzelne Bürgerinitiativen hinausgeht. „Wir wählen Alpha-E“ war in Salzhausen nicht nur das Motto einer Kundgebung – sondern eine politische Botschaft an Berlin.
- Anzeige -
Hier gehts zu den EDEKA Wochenangeboten!
Nachrichten Niedersachsen
- Endspurt im Kommunalwahlkampf: Das wollen die Parteien erreichen
10.09.2026 13:04
Tausende Mandate werden am Sonntag vergeben. Die Parteien haben bei den Wahlen ganz unterschiedliche Ziele.[mehr] - Auto-Versicherung künftig teurer? Das könnte für Niedersachsen gelten
10.09.2026 15:03
Ein Branchenverband hat die regionalen Schadensbilanzen neu bewertet. Für Autofahrer könnten sich die Beiträge ändern. [mehr] - Freundin betäubt, vergewaltigt und gefilmt? Angeklagter schweigt
10.09.2026 13:06
Die Anklageverlesung am Landgericht Hannover am Donnerstag dauerte angesichts von mehr als 100 Vorwürfen rund eine Stunde.[mehr] - "Choking-Game": Polizei warnt nach Fall in Schaumburg vor Netz-Trend
10.09.2026 11:07
Ein Jugendlicher hatte einen anderen gewürgt, bis er bewusstlos wurde. Auch bei Zustimmung ist das gefährliche Körperverletzung.[mehr] - Tödlicher Unfall auf A28 bei Delmenhorst: Stundenlange Sperrung
10.09.2026 10:41
Ein Lkw-Fahrer hatte wegen eines Defekts bei Delmenhorst auf dem Standstreifen geparkt, als der andere Lkw ihn mitriss.[mehr]
















